Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Uelzen

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Inhalt: Mittellandkanal

Grafik über den Verlauf des Mittellandkanals Der Mittellandkanal (MLK) zweigt westlich von Osnabrück bei Bergeshövede aus dem Dortmund-Ems-Kanal ab und mündet nach rd. 325 km Länge in Hohenwarthe bei Magdeburg in den Elbe-Havel-Kanal. Er verbindet als zentraler Teil der einzigen West-Ost-Wasserstraße Norddeutschlands die Stromgebiete des Rheins, der Ems, der Weser und der Elbe und stellt darüber hinaus die Verbindung nach Berlin und zu den osteuropäischen Wasserstraßen her.

Auf Grundlage eines Gesetzes vom 01.04.1905 wurde von der damaligen preußischen Regierung die Ausführung eines Kanals vom Rhein über den Dortmund-Ems-Kanal zunächst nur bis nach Hannover freigegeben. Die ersten 102 km des heutigen Mittellandkanals, der ursprünglich Ems-Weser-Kanal hieß, von Bergeshövede am westlichen Rand des Teutoburger Waldes bis Minden konnten bereits 1915 dem Verkehr übergeben werden; weitere 70 km bis Hannover folgten dann schon 1916.

Der MLK wurde westlich von Hannover ursprünglich für einen Verkehr mit 600-t-Schiffen gebaut. Man sah aber vorausschauend bereits die Möglichkeit vor, den Wasserspiegel um 50 cm anzuheben, um so einen Verkehr mit 1.000-t-Schiffen zu ermöglichen. Östlich von Hannover ist der MLK bereits von vornherein für das 1.000-t-Schiff (80 m Länge, 9,00 m Breite und 2,00 m Tiefgang) gebaut worden. Der Kanalquerschnitt war ein Muldenprofil mit Wassertiefen in Kanalmitte von 3,00 m - 3,50 m und Wasserspiegelbreiten zwischen 31 m und 39 m.

1933 wurde der Mittellandkanal bis nach Braunschweig fertig gestellt. Anschließend erfolgte der Bau des östlichen Kanalabschnitts bis zur Elbe. Am 30. Oktober 1938 konnte dann dieser Abschnitt mit Fertigstellung der Doppelschleuse in Sülfeld bei Wolfsburg und des Schiffshebewerks in Rothensee bei Magdeburg dem Verkehr übergeben werden.

Die Osthaltung des Mittellandkanals erhielt eine Wasserspiegelbreite von 37 m und eine Wassertiefe von 3,5 m. Durch das Heranführen des Kanals an die Elbe war ein bis zu 17 m hoher Damm zur Stützung des Kanalwasserspiegels erforderlich. Das geplante Hebewerk in Hohenwarthe und die bereits im Bau befindliche Kanalbrücke über die Elbe konnten, jedoch bedingt durch den 2. Weltkrieg, nicht mehr fertig gestellt werden.

Damit erstreckt sich der Mittellandkanal insgesamt über eine Länge von ca. 325 km. Es wurden zahlreiche Verkehrswege und Wasserläufe gekreuzt, deren Verbindung insgesamt den Bau von 245 Dükern und Durchlässen, 45 Eisenbahnbrücken und 9 Unterführungen erforderlich machte.

Nach dem Krieg behielt der Mittellandkanal seine Bedeutung, die Osthaltung war teilweise Bestandteil der Transitverbindung für den Güterverkehr nach Berlin. Mit zunehmenden Verkehrsaufkommen und im Zusammenhang mit einem Strukturwandel in der Binnenschifffahrt hin zu größeren selbst fahrenden Motorschiffen, war eine völlige Grundinstandsetzung des gesamten Kanals erforderlich. Man beschloss deshalb 1965 ein 3-Mrd.-DM-Programm zum Ausbau der nordwestdeutschen Kanäle nach Wasserstraßenklasse IV heut Vb). Der Ausbau erfolgte wiederum von West nach Ost und umfasste nach der Grenzöffnung dann auch die Osthaltung als Projekt 17 der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit. Damit erhalten die Großräume Magdeburg und Berlin eine leistungsfähige, sichere und umweltfreundliche Wasserstraßenverbindung auf westeuropäischem Niveau. Mit dem verbesserten Anschluss an die wichtigsten Nordseehäfen und die westlichen Industriezentren werden sie zukünftig über zukunftsorientierte und wettbewerbsfähige Standortbedingungen verfügen.

2003 konnte das neu gebaute Wasserstraßenkreuz Magdeburg -mit einer Kanalbrücke über die Elbe und den Schleusen in Hohenwarthe und Rothensee- eingeweiht und der Schifffahrt zur Verfügung gestellt werden. Derzeit laufen noch letzte Ausbaumaßnahmen in der Osthaltung, die jedoch bis Ende 2012 abgeschlossen sein sollen; die Verkehrsfreigabe der neuen Schleuse Sülfeld erfolgte im November 2008.

Ursprünglich war der Mittellandkanal einmal für ein Güterverkehrsaufkommen von rund 4,5 Mio t geplant. Nach dem 2. Weltkrieg und der damit verbundenen "Trennung" des Kanals mit der Grenze zur DDR, wurden seinerzeit in Rühen nur noch ca. 4 Mio Gütertonnen im Transitverkehr transportiert. Seit der Wiedervereinigung 1989 hat der Güterverkehr in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Im Jahr 2007 betrug das Verkehrsaufkommen auf dem Mittellandkanal insgesamt bereits 22,6 Mio Gütertonnen, der Verkehrsdurchgang an der Schleuse Sülfeld erreichte rund 9,2 Mio Gütertonnen. Einen nicht unerheblichen Anteil daran haben in den letzten Jahren Containerverkehre mit enormen Zuwachsraten.